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Zu einem wissenschaftlichen Vortragsabend unter dem Titel „Neues zur Gründung Niedernburgs“ mit Nina Kunze (Universität Marburg) lud der Förderverein Oberhausmuseum am vergangenen Freitag in die Neue Galerie der Veste Oberhaus ein. Die Veranstaltung wurde als Hybridformat durchgeführt und ermöglichte neben den Gästen vor Ort auch zahlreichen Interessierten die Teilnahme über Zoom.
Im Mittelpunkt des Abends standen aktuelle Forschungen der Doktorandin zur frühen Geschichte des Klosters Niedernburg. Nina Kunze stellte dabei neue Überlegungen zur Gründungszeit sowie zur historischen Entwicklung des bedeutenden Passauer Frauenstifts vor. Besonderes Augenmerk galt dabei dem frühen 8. Jahrhundert, das sich aufgrund neuer archäologischer Einordnungen als Gründungszeitraum für Niedernburg anbietet. Die Frage nach einer gründenden Persönlichkeit innerhalb des bairischen Herzogshauses brachte die Referentin auf die Überlieferung zu Pilitrud, die in Passau mit der frühmittelalterlichen Domstiftung in Verbindung gebracht wird. Anhand von Vergleichen zum Salzburger Frauenstift Nonnberg, das vor 716 ebenfalls von einer bairischen Herzogin mitbegründet wurde, zog Nina Kunze Parallelen zu Passau. Über kunsthistorische Einordnungen konnte sie außerdem verdeutlichen, dass eine Apsismalerei im Passauer Dom vermutlich über Jahrhunderte an Herzogin Pilitruds Stifterinnenfunktion in Passau erinnerte. Wie Kunze erläuterte, erstreckten sich Klostergründungen des frühen Mittelalters häufig über längere Zeiträume und lassen sich deshalb nur schwer auf einzelne Jahre festlegen. Durch die politischen Geschehnisse in Baiern, administrative Bestrebungen der agilolfingischen Herzöge und Parallelen zu Salzburg und Regensburg, konnte die Referentin das Zeitfenster, in dem Herzogin Pilitrud wohl in Passau wirkte, für die mögliche Gründung Niedernburgs einrahmen. Zum Abschluss des Vortrags wurde die Thematik aus Oberhauser Perspektive weiter vertieft. Vom Aussichtspunkt der Batterie Linde aus ergaben sich bei herrlichem Wetter eindrucksvolle Blickbeziehungen auf das historische Areal Niedernburgs sowie dessen frühere Besitz- und Einflussbereiche. Dabei wurden topographische Zusammenhänge zwischen Kloster, Stadtentwicklung und Herrschaftsstrukturen erläutert und gemeinsam diskutiert. |