FÖRDERVEREIN OBERHAUSMUSEUM E.V.
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Zu Gast im Stadttheater Passau

19/6/2026

 
BildFoto: Petra Puhane
Das kühle Innere des Passauer Stadttheaters bot den Mitgliedern und Gästen des Fördervereins des Oberhausmuseums eine willkommene Abkühlung während der sommerlichen Hitze. Verwaltungsdirektor Ralf Schützenberger führte die Gruppe durch das traditionsreiche Haus und gewährte exklusive Einblicke vor und hinter die Kulissen eines modernen Theaterbetriebs.
Neben dem Publikumsraum konnten die Teilnehmenden auch die Bühne sowie sonst nicht zugängliche Bereiche besichtigen. Anschaulich erläuterte Schützenberger, welche organisatorischen und technischen Abläufe notwendig sind, damit jede der zahlreichen Produktionen des Landestheaters Niederbayern auf die Bühne gebracht werden kann. Die Gelegenheit, einen Blick hinter die sonst verborgenen Arbeitsbereiche zu werfen, wurde intensiv genutzt und zahlreiche Fragen fanden ausführliche Antworten.
Ebenso spannend war der Blick in die Geschichte des Gebäudes. Errichtet wurde es 1645 zunächst als Ballhaus des Passauer Fürstbischofs. Allerdings für den damals beliebten Ballsport und nicht für Tanzveranstaltungen. Erst unter Fürstbischof Firmian entstand daraus ein Hofkomödien- und Hofopernhaus. Aus dieser Zeit stammen die frühklassizistische Ausgestaltung sowie die eindrucksvolle Illusionsmalerei an der Decke des Publikumsbereichs. Mitte der 1780er Jahre machte Fürstbischof Auersperg das Theater schließlich auch für die Passauer Bürgerschaft zugänglich.
Nach der Säkularisation ging das Gebäude in den Besitz der Bayerischen Krone über, bevor es 1883 von der Stadt Passau erworben wurde. Die Finanzierung des Theaterbetriebs blieb lange Zeit schwierig. Erst mit der Gründung des Zweckverbands Niederbayerisches Städtebundtheater im Jahr 1952 konnte der Spielbetrieb dauerhaft gesichert werden. Heute setzt das Landestheater Niederbayern diese Tradition fort, wobei die musikalische Sparte ihren Hauptsitz weiterhin in Passau hat.
Auch die jüngere Geschichte des Hauses kam zur Sprache. Die umfassende Generalsanierung zwischen 1989 und 1991 brachte nicht nur eine grundlegende Neugestaltung von Foyer und Eingangsbereichen mit sich, sondern modernisierte auch Bühne und Orchestergraben. Besonders beeindruckend war die ungewöhnliche Lage des Theaters: Es schmiegt sich direkt an den Domfelsen, auf dem die Passauer Altstadt erbaut wurde. An mehreren Stellen tritt der gewachsene Fels im Inneren des Gebäudes sichtbar hervor und prägt den besonderen Charakter des Hauses bis heute. Abschließend berichtete Ralf Schützenberger über die Folgen des verheerenden Hochwassers von 2013 und die Herausforderungen, die dessen Bewältigung für das Theater mit sich brachte.

alle Fotos: Petra Puhane

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