FÖRDERVEREIN OBERHAUSMUSEUM E.V.
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Der Förderverein entdeckt die Studienkirche

17/7/2025

 
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Das kühle Innere der Studienkirche St. Michael in der Passauer Altstadt bot am Donnerstagabend Zuflucht vor der drückenden Julihitze. Das sonst nur unregelmäßig zugängliche Gotteshaus öffnete der Kunstreferent der Diözese Passau, Alois Brunner, für die Mitglieder sowie Gäste des Fördervereins und führte kurzweilig durch das gesamte Gebäude und die Krypta. St. Michael war vielen als Schulkirche des Leopoldinums vertraut und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Auftraggeber war der ortsansässige Jesuitenorden, der vermutlich Pietro Francesco Carlone als Architekten der Wandpfeilerkirche engagierte, die ihr heutiges Aussehen nach dem Stadtbrand von 1662 erhielt. Carlones Sohn Giovanni Battista war für die Ausführungen der Stuckarbeiten vorgesehen, das Altarblatt stammt von Carlo Innocenzo Carlone. Das Familienunternehmen – ein weiteres Mitglied war für die bildhauererischen Tätigkeiten zuständig – schuf innerhalb weniger Jahre ein schlichtes, barockes Gotteshaus, das perfekt auf die Bedürfnisse des Jesuitenordens ausgelegt war. Durch die Fokussierung auf das Mittelschiff lässt sich ablesen, dass die Jesuiten ganz im Sinne der Gegenreformation die Gläubigen in den Mittelpunkt rückten.
Die Kirche entspricht dem typischen „Carlone-Raum“ und besteht aus einer dreischiffigen Wandpfeileranlage mit einem eingezogenen quadratischen Chor. Die Seitenschiffe wurden sehr schmal angelegt, um dem Mittelschiff mehr Raum zu geben. Sie sind mit Stichkappen mit dem Haupttonnengewölbe verbunden. Insgesamt ist der Aufbau sehr modularisiert und Formen wiederholen sich. Alois Brunner stellte wichtige Heiligenfiguren und die Stifterfamilien der Seitenkapellen näher vor. Auffällig ist, dass sich vor allem hier die voluminösen Stuckarbeiten finden, die so typisch für den Barock sind. Das Hauptgewölbe hingegen wirkt fast karg im direkten Vergleich, was ein weiteres Indiz für den Jesuitenorden als Auftraggeber ist. Die ihnen so wichtige Heiligenverehrung fand vor allem in den Seitenkapellen statt, die hier einen hohen Stellenwert einnehmen.
Anschließend betrachtete die Gruppe die später eingezogene Franz Xaver Kapelle ausführlicher. Anders als im Rest der Hauptkirche ist hier üppiger Rokokostuck zu finden. Alois Brunner führte weiter auf die Orgelempore, den Glockenturm und die Seitenemporen über den Kapellen, die sogar mit Öfen ausgestattet waren. Nach der Besichtigung der Sakristei begaben sich abschließend alle Teilnehmenden in die Krypta der Kirche, wo die Führung endete und allerlei Fragen beantwortet wurden.

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Fotos: Mario Puhane

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